Freiburg-Marathon

 

10. Freiburg-Marathon - diesmal im Spätwinter (Bericht Norbert T.)

Den Frühlings- und Herbst-Marathon verbinde ich gerne mit einer kleinen Reise und Freiburg hatte ich dieses Jahr ausgewählt, weil es hier oft ein paar Grad wärmer ist, als im restlichen Deutschland. Leider hatte die Kälte dieses Jahr aber auch den Südwestzipfel der Republik im Griff. Mit dem ICE fährt man in 2:50 Stunden ohne umzusteigen von Siegburg ins 400km entfernte Freiburg und diesem Komfort wollten Silvia und ich uns nicht verweigern. Auf der Marathonmesse am Samstagnachmittag war viel Betrieb und wir schauten bei Udo vorbei, der dort einen Stand hatte, bevor ich in der Nachbarhalle meinen Pastagutschein einlöste. Auch Start und Ziel waren am Messegelände, das reichlich Platz bietet, der, wie ich am Sonntagvormittag vor dem Start bemerkte, auch dringend benötigt wurde. Rund 10.000 Läufer incl. Staffeln gingen auf die Halbmarathon und Marathonstrecke.

Langärmelige Laufbekleidung war Pflicht für mich, der Traum vom ersten Lauf in kurzer Hose in diesem Jahr ging nicht in Erfüllung. Ein bisschen Stress vor dem Start musste auch noch sein, denn der direkte Weg zum Start vor der Messe war durch Ordner abgesperrt und ich musste einen knapp 1,5 km langen Umweg machen, um mich dem vorderen Bereich des Startblocks, an einer imposanten Schlange vorbei laufend, von hinten zu nähern. Leider wurde der Marathon gemeinsam mit dem Halbmarathon gestartet, so dass schon einige Tausend Läufer alleine im ersten Startblock standen.

Kurz nachdem ich Position eingenommen hatte, ging es auch schon los. Da ich ein Stück hinter den Pacemakern für 1:30 und 3:00 Stunden stand und die Breite des Feldes alle 6 Straßenspuren umfasste, waren gleich einige Hundert Läufer vor mir, von denen sich viele sehr optimistisch aufgestellt hatten. Als Marathonläufer war es zwar klug, die ersten km ruhig anzugehen, aber die ersten 2 km war es sehr eng. Erst nach ca. 8km hatte ich das Gefühl, richtig frei laufen zu können. Da war ich schon das erste Mal an der Altstadt vorbei gekommen, wo Silvia mit Fotoapparat mich das erste Mal zwischen diversen Cappuccinos abpasste. Die Strecke war sehr abwechslungsreich, neben 42 Bands an der Strecke waren auch reichlich Läufer auf der Strecke, die ein vergleichbares Tempo liefen. Wir liefen nun die Dreisam flussaufwärts aus der Stadt heraus und auf einer parallelen Straße wieder hinein.

Nachdem der Kurs recht verwinkelt auf Kopfsteinpflaster durch die Altstadt führte ging es auf das letzte Stück zurück zur Messe und für die, die sich nur die halbe Strecke gönnen wollten, ins Ziel. Zu Beginn der zweiten Runde war dann die Wettkampfatmosphäre verflogen, denn wir waren jetzt nur noch mit den Schülerstaffeln auf der Strecke, die 30 min nach uns gestartet waren. Zwischen den vereinzelten Marathonläufern trabten, liefen oder gingen viele mehr oder weniger motivierte Kinder und Jugendliche über die Strecke und erschwerten die Orientierung. Das ließ meine Motivation kurzzeitig in den Keller gehen, aber nach einigen Kilometern hatte ich mich daran gewöhnt und gemerkt, dass ich noch flotter unterwegs war, als der Rest der Marathonis. Eine schnelle Zeit, wenn auch nicht unter 3 Stunden, war möglich, wenn ich nicht nachlassen würde. Von diesem Zeitpunkt an hatte ich wieder Spaß am Freiburg Marathon und freute mich noch einmal über die Unterstützung der vielen Zuschauer und der Bands in der Innenstadt. Nun blieben noch 3-4km zurück zur Messe, auf denen ich nichts mehr anbrennen ließ und das Ziel glücklich in knapp 3:03 Stunden erreichte.

Nach dem Lauf wurde allen Finishern eine Medaille und ein Plastikumhang überreicht. Dem Wetter angepasst waren auch die Verpflegungsstände in einer Messehalle aufgebaut, denn es war immer noch bedeckt und sehr kühl. Erst am Nachmittag, als ich mich von Udo verabschiedet und mit Silvia wieder in der Stadt getroffen hatte, lockerte sich die Bewölkung ein bisschen auf und ließ ein bisschen des lang ersehnten Sonnenscheins durch. Bei einem Spaziergang, leckerem Kuchen und später einem typischen badischen Abendessen ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

 

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Aufbereitung Bericht für LLG-HP: Antje + Olaf Kucher